Sektion Frankfurt

6. Fachsitzung 2020

Dr. Stephanie Hänsel (DWD, Offenbach)

Klimawandelfolgen und Anpassung – Das Bundesverkehrssystem klimaresilient gestalten

Mit dem Ziel, die Verkehrsinfrastruktur nachhaltig nutzbar zu gestalten, forschen sieben Behörden des BMVI-Ressorts zur Thematik „Verkehr und Infrastruktur an Klimawandel und extreme Wetterereignisse anpassen“. Erstmals werden die Klimawandelfolgen verkehrsträgerübergreifend unter Verwendung einheitlicher Daten und Methoden ermittelt. Grundlage der Klimafolgenbewertung sind im Projekt erstellte und weiterverarbeitete atmosphärische, ozeanographische und hydrologische Informationen aus historischen Messdaten und statistisch aufbereiteten Zukunftsszenarien. Anhand dieser Daten können zunächst die beobachteten und zukünftig zu erwartenden Änderungen von Temperatur, Niederschlag, Wind, Seegang, Abflüssen, Strömungen und Meeresspiegelverhalten beschrieben werden. Anschließend werden die Auswirkungen der veränderten klimatischen Rahmenbedingungen und von Extremwetterereignissen auf die Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße bewertet – mit einem Fokus auf Hoch- und Niedrigwasser, Sturm, Hangrutschungen und Wasserbeschaffenheit. Es zeigt sich, dass die Verkehrsinfrastruktur bereits heute von meteorologischen und hydrologischen/hydraulischen Einflüssen betroffen ist. Die Zukunftsprojektionen zeigen, dass bei unzureichendem Klimaschutz die Beeinträchtigungen durch Hochwasser, Hangrutschungen und Niedrigwasser wahrscheinlich weiter zunehmen. Mit den Ergebnissen der Klimawirkungsanalyse – wie z.B. Hinweiskarten zu Hochwasser, Niedrigwasser, gravitativen Massenbewegungen und Sturm – werden die Verkehrsbetreiber bei der Priorisierung von Anpassungserfordernissen unterstützt. Im Projekt wurden exemplarisch Anpassungsoptionen für bestimmte Verkehrsträger sowie verkehrsträgerübergreifende Maßnahmen untersucht. Ergänzt wurde die Klimawirkungsanalyse durch regionale Fallstudien in Fokusgebieten an der Küste – insbesondere für den Nord-Ostsee-Kanal und das Elbe-Ästuar – und im Binnenland – hier insbesondere am Mittelrhein. Die bisherigen Projektergebnisse werden in Form von Hinweiskarten, neuen Methoden oder Berichten zu detaillierten Fallstudien bereits durch die Politik oder Verkehrsnetzbetreibende genutzt.

Infobox

Datum 11.11.2020

Zeit 15.15 Uhr

Kolloquium Stephanie Hänsel (DWD, Offenbach)

Ort Videokonferenz

Hörsaal / Raum GotoMeeting