Sektion Frankfurt

9. Fachsitzung 2018

Joachim Pelkowski (DWD Offenbach)

Gustav Hellmann: Ein Schlesier sammelt meteorologische Bücher und Regen im wilhelminischen Deutschland.

Gustav Hellmann ist heute unter zeitgenössischen Meteorologen nicht mehr so bekannt wie noch vor hundert Jahren. Zwar trägt ein noch sehr gebräuchlicher Regenmesser seinen Namen; unter Wissenschaftshistorikern, die sich gelegentlich mit Teilen der Geschichte der Meteorologie beschäftigen, sind Hellmanns meteorologisch-geschichtliche Aufsätze unverzichtbare Quellen; doch als eingefleischter Meteorologe ist er uns nicht durch ein empirisches Gesetz, eine Klassifikation meteorologischer oder klimamäßiger Erscheinungen, eine falsche oder richtige Theorie, oder ein bestimmtes maßgebendes Werk in Erinnerung geblieben. Seine Bedeutung für die moderne Meteorologie ist nicht ohne weiters sichtbar, zumal jenseits seiner Leistungen im deutschsprachigen Raum. Als philologisch versierter Vorreiter meteorologischer Geschichtsschreibung darf er auf keinen Fall übergangen werden. Die Bibliothek des Wetterdienstes verdankt seiner Leidenschaft für historische Quellen ihre Reichhaltigkeit. Er war reiner Meteorologe, wohl der erste in Deutschland, ein preußischer Gelehrter alten Stils, der stets bestrebt war, sich von bloß „theoretisierenden“ Fachgenossen abzuheben.

Infobox

Datum 19.12.2018

Zeit 15.15 Uhr

Kolloquium Joachim Pelkowski (DWD Offenbach)

Ort Deutscher Wetterdienst
Frankfurter Str. 135
63067 Offenbach am Main

Hörsaal / Raum Konferenzbereich Blau